Monotypien

Monotypien

Die Monotypie unterscheidet sich von der herkömmlichen Druckgrafik durch ihre Einzigartigkeit. Im Gegensatz zur Herstellung (fast) beliebig vieler, nahezu identischer Drucke durch andere Druckverfahren, gibt es bei der Monotypie nur ein einziges Bild. Nach diesem einmaligen Druck ist das Motiv auf der Druckplatte in der Regel nicht mehr verwendbar. Es wird somit ein Original bzw. Unikat hergestellt. Bei der Monotypie handelt es sich um eine Flachdrucktechnik, da das Bild von einer ebenen Fläche gedruckt wird, und nicht wie beim Tiefdruck von einer eingeschnittenen oder wie beim Hochdruck von einer erhabenen Fläche.

Monotypie Techniken umfassen nicht nur malerische oder zeichnerische Elemente. Sie bieten ein fast grenzenloses Potenzial, mit Farben, Formen und Vorgehensweisen zu experimentieren. Ebenso fast grenzenlos sind auch die Kombinationsmöglichkeiten der Monotypie mit anderen künstlerischen Techniken, zum Beispiel die Koloration, die Ergänzung durch weitere Druckvorgänge oder auch die Integration in eine Collage u.v.a.m. Hier kann man seinen Einfallsreichtum nach Belieben ausleben.

Wegbereiter der Monotypie als besonderer Drucktechnik war im 17. Jahrhundert Giovanni Benedetto Castiglione (1609-1664), der den Beinamen ‚Il Grechetto‘ trug. Castiglione war ein Maler, Radierer und Grafiker und zählt zu den führenden Meistern des Barock. Sein Bild ‚Kopf eines Orientalen‘ (1655), ist eine Monotypie, die nach dem Druck aquarelliert und mit Öl überarbeitet wurde.

Im 18. Jahrhundert wurde die Monotypie von Künstlern wie William Blake (1757-1827) weiterentwickelt. Ein eindrucksvolles Beispiel ist seine Farbmonotypie ‚Der Alte der Tage‘ (1794). Auch Künstler des 19. Jahrhunderts bedienten sich dieser Drucktechnik, beispielsweise Edgar Degas (1834-1917), der seine Monotypien häufig mit Pastellkreide weiter bearbeitete.

Als besondere Form der Monotypie entwickelte Paul Klee (1879-1940) das Ölpausverfahren, bei dem die Originalzeichnung erhalten bleibt und als Vorlage für weitere Monotypien dienen kann. Ein Beispiel hierfür sind die Bilder ‚Tanz des trauernden Kindes‘ (1922), die nach dem Druckvorgang auf verschiedene Arten weiter bearbeitet wurden.

Meine Monotypien sind abstrakt und experimentell, meist monochrom. Mit Vorliebe befasse ich mich mit organischen und mikroskopischen Strukturen, mit der Vergrößerung und Abbildung des dem Alltagsblick Verborgenen. Derzeit arbeite ich an der Weiterführung der Reihe ‚herba nocturna‘ und an weiteren Reihen…

Dana Wagner